KreditMarkt - Musikindustrie
Die Musikindustrie und der Kreditmarkt
Viele Label nehmen Kredite auf um ihre laufenden Ausgaben zu decken und werden dann durch die Rückzahlung schnell überfordert. Außerdem befinden wir uns in einer Ära, in welcher viele Stars unter Vertrag genommen werden, die weniger einbringen und kürzere Zeit in den Charts verweilen als die bekannten und großen Bands und Sänger aus früheren Jahren. Auch das veranlasst die Plattenfirmen, sich zu verschulden. Aufgrund der Möglichkeit illegal Lieder und Videos im Internet herunterzuladen, verzeichnen auch auf diesem Wege viele Labels Umsatzeinbußen und die Lücken müssen gestopft werden. So holen sie sich Privatinvestoren ins Boot, die wie 2009 bei einer großen Plattenfirma bekannt geworden, ihr Mitbestimmungsrecht dazu einsetzen, dem Unternehmen rote Zahlen zu bringen. Musiker verdienen heutzutage kaum noch 10 Prozent ihres Einkommens am reinen Plattenverkauf. Aufgrund der Schulden werden die Musiker auch schlechter betreut und legen häufiger Künstlerpausen ein, die wiederum der Firma keine Einnahmen bringen. Erst nachdem die meisten Plattenfirmen Urheberrechtsklagen gegen illegale Downloads führten, kamen sie auf den Trichter, legale Downloads anzubieten und somit die neue und moderne Einnahmequelle zu nutzen. Allein im letzten Jahr wurden 800 illegale Downloads entfernt und die Sender dieser ermahnt. Hat das Label aber einmal an Ruf verloren, kann es diesen in der großen, bunten Welt voller anderer Möglichkeiten kaum wieder wettmachen. Kredite führen bei Nichtabzahlung auch dazu, dass die Firma möglicherweise bankrott geht oder gepfändet wird. Um Ausgaben zu decken sind die Stars der Plattenfirmen gezwungen soviele Konzerte wie möglich zu absolvieren und für ausreichend Merchandise- Material zu sorgen. Eine weitere, neuartige Finanzierungsmethode, der sich viele kleinere Labels bedienen, holt die Fans ins Boot. Dabei wird auf Konzerten dafür geworben, sich Anteile an der Band zu kaufen und mit dem Geld werden dann erst die nächsten Alben produziert.Im Internet unter www.sellaband.com kann man sich dieses neue Projekt ansehen. Ab einer Investition von 50.000 Euro bietet SellaBand die Möglichkeit, das Tonstudio zu nutzen. Die meisten Bands und Sänger benötigen etwa ein Jahr um diesen Betrag zusammen zu bekommen. Man kann somit auf Kredite verzichten und die Musiker erhalten etwa die Hälfte der Einnahmen für ihre Musik. Über 3000 Bands bedienen sich derzeit dieser Möglichkeit, sich mehr oder weniger selbst zu finanzieren. Die Major- Labels scheuen derzeit alle Risiken und müssen ebenso Arbeitsplätze, wie auch andere Ausgaben streichen, um ihre Kosten zu decken und da ist es nicht verwunderlich, dass viele Künstler auf anderen Wegen versuchen, sich selbst zu finanzieren. Das Gute daran ist, dass die Hörer selbst entscheiden können, welchen Musiker sie unterstützen und weiterhören möchten und somit nicht den Entscheidungen der großen Plattenfirmen ausgeliefert sind. Ganz neu ist diese Idee allerdings nicht. Schon in den 70er Jahren nutzen einige Bands ähnliche Finanzierungsmöglichkeiten für den Sprung in die Ohren der Fans. Dabei blieb es aber lange Zeit recht unbekannt, was auch dadurch verdeutlicht wird, dass noch heute viele Stars in Shows um die Gunst der Plattenfirmen werben oder regelrecht "Klinkenputzen" gehen.
Eine weitere Möglichkeit, gerade für Neueinsteiger in der Musikbranche, wäre, sich das Geld anhand von Onlinebörsen von Privatinvestoren zu leihen. Dort werden Kredite angeboten und man kann mit seinem Vorhaben Geldgeber für sich gewinnen. Dies sind auch rechtlich wirksame Verträge, die zu einer Rückzahlung des Geldes verpflichten, allerdings sind neue Talente so nicht auf die Gnädigkeit der Banken angewiesen. Es sind aber nur wenige bis keine Fälle von Musikern bekannt, die auf diesem Wege schon berühmt geworden sind. Ein Anfang ist bzw wäre es aber allemal. mehr zum Thema Musikindustrie: http://de.wikipedia.org/wiki/Musikindustrie